Strauß TulpenBedienungsanleitung für das Online-Magazin www.good-stories.de: Wir sind ungewöhnlich. Unsere Geschichten sind länger „haltbar“ als andere  Internet-Angebote. Deshalb laden wir Sie ein: Stöbern Sie auch in unseren anderen Ressorts! Sie finden dort viele Geschichten und Fotos, die Sie froh machen werden. Versprochen.

Von good-stories.de/red. – Draußen: Endlich Schneeschmelze. Das Glatteis verschont uns ab sofort hoffentlich, gerade hatte es zehn Grad auf dem Thermometer. Zehn Grad plus! Und die Tulpen sind auch schon da. Endlich.

Diese schönen, bunten Tulpen! Auf dem kurzen Weg vom asiatischen Blumenfachgeschäft zu unserem Newsroom ernteten wir ca. 20 Lächeln. Und das geht so: Menschen gehen ihres Weges, in Gedanken versunken, immer darauf bedacht, nicht von den ersten Radfahrern, die schon wieder auf dem Gehweg fahren, umgefahren zu werden. Menschen erblicken den Tulpenstrauß (klein, bescheiden, zehn Blumen für 3,50 Euro) – und lächeln.

Wir in Europa bekommen bei genauer Betrachtung die „Sparversion“ dieser Liliengewächse: Tulpen können bis zu 70 Zentimeter hoch wachsen, es gibt 150 verschiedene Arten. Vermutlich gibt es eine EU-Regelung: Tulpen müssen 10,2 Zentimer lang sein. Basta. Tulpen werden zwar nicht so viel besungen und bejubelt wie Rosen, um Tulpen wurden auch keine Kriege geführt, aber die schönen, eleganten Pflanzen brachten so manchen Menschen schon nahe an den Herzinfarkt: Die Garten-Tulpe (Lalé) kam aus der Türkei im 16. Jahrhundert nach Mittel- und Westeuropa. Die Holländer, immer schon schlaue Händler, erkoren sie zum Spekulationsobjekt, die sogenannte „Tulpenmanie“ endete im Börsencrash von 1637- am 7. Februar, zum Saisonbeginn der Pflanze. Danach erkannten die Menschen, dass die Gier nach Blumenzwiebeln eine gar seltsame ist, man besann sich auf andere Spekulationsobjekte. Allerdings brachten auch die nicht immer Glück und Reichtum – aber zumindest verblühen Immobilien oder Wertpapiere nicht so schnell wie Tulpen. Bis heute haben die Holländer den Handel mit ihnen fest im Griff, sie sind er weltweit größte Tulpenproduzent. Und so reisen die Frühlingsboten, gemeinsam mit neun Artgenossen im Zehnerpack durch die Welt. Um für nur 3,50 Euro unser Herz zu erfreuen- und den Frühling zu verkünden.