gnomichael-braunfotoprivat13102013Von good-stories.de/red.– „Die Deutschen haben ein echtes Problem in Sachen Geld und Geldanlage“, sagt der Berliner Buchautor und Wirtschaftsjournalist Michael Braun. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute: Es gibt ein tolles Buch mit Nachhilfe für Wirtschaftsmuffel.

Das Buch heißt „So geht Geld- Richtig sparen, vorsorgen und anlegen“ (Verlag Mosaik bei Goldmann) und wenn Sie eine sinnvolle Anfangs-Investition tätigen möchten: Bitteschön, die 7,95 Euro lohnen sich garantiert. Nach der Lektüre der 240 Seiten werden Sie Bankbeamte, Investmentberater und gute Freunde mit vermeintlich guten Geld-Tipps mit anderen Augen sehen. Niemand wird Sie mehr an der Nase herumführen, wenn es um Geldangelegenheiten geht. Und wenn Sie für Ihr Bankkonto Gebühren bezahlen- selbst schuld! Wir haben dem erfolgreichen Buchautor sieben Fragen gestellt.

good-stories.de: Was war die größte Fehlinvestition Ihres Lebens?

Michael Braun: Die erste Zigarette meines Lebens, in einem hinreißend kaputten beigefarbenen Oldsmobile in den USA. Fünf Cent, würde ich sagen. Ich war jung und blöd.

good-stories.de: Sie bescheinigen den Bundesbürgern einen katastrophalen Umgang mit Geld. Warum kümmern sich so viele Deutsche so wenig ums Geld?

Michael Braun: Da kommt einiges zusammen. Die meisten Menschen in unserem Land fühlen sich unsicher, was viele Geld-Entscheidungen angeht. Sie misstrauen den Beratern – nicht zu Unrecht übrigens, wie das Fiasko rund um die Lehman-Zertifikate gezeigt hat. Und dann sind fast alle Finanz-Produkte, die es in Deutschland gibt, unverschämt kompliziert. Das gilt für Bausparverträge, Kapital-Lebensversicherungen, Riester-Rente, Rürup-Rente und vieles andere. Es ist völlig nachvollziehbar, dass das Regel- und Provisionsdickicht die Leute abschreckt. Die haben verständlicherweise auch überhaupt keine Lust, sich auf so murksig-vertrackte Dinge einzulassen, und ein bisschen Bequemlichkeit spielt sicher auch eine Rolle. In der Summe also alles nicht so dolle.

good-stories.de: Ist das in anderen Ländern aus Ihrer Sicht anders?

Michael Braun: Ich glaube, dass in einigen anderen Ländern eine größere Offenheit für die Geldanlage da ist, auch für die Themen Börse, Aktien, Investieren, die bei der Mehrzahl der Deutschen in Verruf sind. In meiner Wahrnehmung gilt das ganz sicher für die USA und Großbritannien, aber auch für die Schweiz. Dort gibt es eine völlig andere- und meines Erachtens besser entwickelte- Anlagekultur. Im Gegenzug sind viele Menschen in diesen Ländern weniger risikohysterisch- also sicherheitsorientiert- als bei uns.

good-stories.de: Sollte das Wissen ums Geld verstärkt in der Schule gelehrt werden?

Michael Braun: Definitiv. Und das gilt nicht nur für Geldthemen, sondern für Wirtschaftsthemen ganz allgemein.

good-stories.de: Wer ist schlimmer in Gelddingen – Männer oder Frauen?

Michael Braun: Männer haben mehr Testosteron im Leib und neigen deutlich zu mehr tarzanhafter Selbstüberschätzung, auch und erst recht beim Geld. Geld ist eben ein Statussymbol. Damit prahlt der Mann ganz gern, zum Beispiel, wenn er – egal ob mit Glück oder Können- an der Börse etwas verdient hat. Die Verluste werden vom Mann in der Regel nicht annonciert. Frauen ticken da völlig anders. Die sind sich der Risiken bewusster, sie sind nicht so hektisch und daher aus meiner Sicht weniger schlimm. Das ändert aber nichts daran, dass viele Millionen Frauen in Deutschland erheblichen Nachholbedarf in Sachen Geld haben.

good-stories.de: Wir träumen jetzt ein bisschen: Sie haben zehn Millionen Euro- was machen Sie vernünftigerweise damit? Und was, wenn Sie nicht vernünftig sein möchten?

Michael Braun: Vernünftig wäre es, ein hübsches Haus im Ausland zu kaufen. Und wenn ich unvernünftig sein wollte, gäbe ich bei einer französischen Lederwarenfirma einen Teekoffer in Auftrag. Maßgefertigt.

good-stories.de: Wird unser Leben besser, wenn wir Ihr Buch lesen?

Michael Braun: Würde ich sagen. Es ist für viele hoffentlich ein Anlass, sich endlich mit Altersvorsorge und so weiter zu beschäftigen. Jedem Anfang, um es mit Hermann Hesse zu sagen, wohnt doch immer ein Hauch des Zaubers inne, selbst wenn es um die schnöde Riester-Rente geht. Außerdem ist das Thema dann endlich angegangen, und man kann sich ohne das chronisch schlechte Gewissen den angenehmeren Seiten des Lebens zuwenden.