Von Silvia Meixner. – Männer sind auf Reisen  pflegeleicht:  Schokolade und Whisky in der Minibar, Bibel, Fernbedienung für den Pornokanal und sie sind zufrieden. Und für die besonders Kontaktfreudigen gibt es in den meisten Hotels eine Bar. Japaner- wer sonst- haben jetzt herausgefunden: Frauen brauchen im Flugzeug eigene Toiletten.

Die japanische Airline ANA  bietet ab 1. März Toiletten nur für Frauen an und hält das für eine gute PR-Idee. Ein paar Mal werden wir noch wach, dann gehen wir mit den anderen Mädchen auf „unsere“ Toiletten, aber erst, nachdem wir uns dem Dessert gewidmet haben,  denn das – so haben die PR-Experten ebenfalls herausgefunden- steht auf Platz 1 der Prioritätenliste fliegender Frauen (in Japan zumindest). Mit Männern, so beteuern die PR-Experten (Männer?) habe das nichts zu tun, es gehe nicht darum,  die Toilette nicht mit Männern teilen zu müssen, es gehe allein ums Wohlbefinden der Damen über den Wolken.  Alles pc und paletti. Noch. Denn wenn jetzt auch noch andere reisende Randgruppen auf die Idee kommen, eigene Toiletten zu fordern, wird es eng in den Fliegern.

Hotelexperten lassen wenig unversucht, wenn es darum geht, Frauen –vermeintliche!- heimliche Wünsche zu erfüllen. Sie haben nämlich herausgefunden, dass Frauen nicht länger das mitreisende Anhängsel eines (geschäfts-)reisenden Mannes sein wollen. Nein, sie reisen selbständig, allein, machen tagsüber Geschäfte und haben abends auch noch Ansprüche! Das Maritim-Hotel Timmendorfer Strand zum Beispiel beginnt mit der Kundenbindung schon im Kindesalter: Das Barbie-Zimmer wird gern von kleinen Mädchen gebucht. Es ist pink, kitschig, mit Barbie-Lerncomputer, Barbie-Schrank, pinkfarbenem Teppich und aus dem Fernseher säuseln Barbie-DVDs.  Aber irgendwann ist man aus der rosa Welt rausgewachsen und möchte auch mal Jungs aufs Zimmer mitnehmen.  Jedoch auf keinen Fall im „Hilton“ in London, dort gibt es nämlich, angeblich auf KundInnen-Wunsch,„Women only“-Flure, die in „Frauenzimmern“ enden. War das tatsächlich der Sinn der Emanzipationsbemühungen?!

Die Marketingexperten überschlagen sich weltweit mit vermeintlich guten Ideen: Der beleuchtbare Schminkspiegel ist dabei schon beinahe banal. Mit freundlichem Humor nimmt man beispielweise die Anforderungen weiblicher Gäste im Leonardo Royal Hotel in Berlin: Im Bad gibt es Damenkosmetik, in der Minibar ist leider kaum Platz für Whisky, weil dort die gekühlte Augenmaske lagert. Dazu ein Teesortiment für reisende Damen (nur Kräutertee). Manchmal, wenn das Hotel ausgebucht ist, geraten auch Männer in diese zum Teil mauvefarbene Mädchenwelt. Beschwert hat sich noch niemand- erfreulicherweise kosten die Zimmer mit Damenservice nicht mehr als normale Zimmer. Wirklich praktisch ist der Nageltrockner im neuen Peninsula-Hotel in Shanghai. Man hält die Finger drunter, der warme Wind rauscht ein paar Sekunden lang über die frisch lackierten Nägel und schon ist man ausgehfein. Das „Maia Luxury Resort & Spa“ auf den Seychellen offeriert einen kleinen Kühlschrank, der Cremes und Schminkutensilien frischhalten soll. Kleine Hocker für die Handtasche hält heutzutage ja fast schon jedes Fastfoodrestaurant bereit- erfunden wurden sie in den Luxushotels dieses Planeten.  Und wenn Sie sich ernsthaft noch mit „Kissen-Menues“  beschäftigen, dann haben Sie nicht kapiert, worum es geht! Mittlerweile gibt es in wirklich guten Beherbergungsbetrieben nämlich Kuschelkissen in Beinahe-Menschengröße-und das sinnlose nächtliche Flirten in Hotelbars und die leidige Frage, auf welches Zimmer man jetzt geht: Vergangenheit!

Unser Tipp: Die besten Frauenversteher arbeiten für die Ritz-Carlton-Gruppe. Die hatten als erste die beheizbaren Spiegel im Bad, die niemals beschlagen. Und Ringhalter aus Kristall. Und die kleinen Eckbänkchen in den Duschen, auf die man während des Rasierens die Beine stellt. Wirklich praktisch.  Aber die allerbeste Idee von allen hatten Hoteldesigner, als sie kürzlich das „Phulay Bay Reserve“ in Krabi (Thailand) eröffneten. Dort verzichtet man auf jeglichen Mädchen-Schnickschnack, es gibt einen Butler, mindestens zwei Badewannen (eine drinnen, eine draußen und noch einen Privatpool)  und in den Villen (schnöde Hotelzimmer gibt es dort erfreulicherweise nicht) stehen die coolsten Hotelbetten der Welt: Sie messen zwei mal vier Meter. Da möchte man als Frau doch wirklich nicht länger allein reisen und Kräutertee trinken.

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Und so sieht ein richtig schöner  privater Hotelpool aus! Garantiert ohne Touris, die schon morgens um fünf die besten Plätze mit ihren Handtüchern belegen. Diese Schwimmgelegenheit steht im Phulay Bay Reserve 

 

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